An manchen Tagen wirkt die Nachrichtenlage wie ein überfüllter Warentrenner: eine Brücke, ein Festival, Fast Fashion, eine verwirrende Serienfolge und eine Hochzeit, die finanztechnisch eher nach James Bond klingt.
Apple bringt macOS 27 Golden Gate heraus und verspricht sieben neue Funktionen. Eine Brücke als Namensgeberin für ein Betriebssystem ist charmant – schließlich pendelt man zwischen Apps genauso ratlos hin und her wie zwischen San Francisco und Marin County bei Nebel. Der Unterschied: Auf der Golden Gate Bridge gibt es wenigstens keine Systemabstürze.
Nicole Scherzinger tritt beim HeidiFest auf. Das klingt nach einem Line-up, bei dem ein Dirndl und eine Pussycat-Doll-Besetzung gleichzeitig auf der Bühne stehen und beide Seiten nicht sicher sind, wer von ihnen das Rahmenprogramm ist. Jetzt fehlt nur noch, dass Heidi Klum die Zugabe mit Punkten bewertet.
H&M hat neun Herbstteile, die teuer aussehen und gerade vergriffen sind. Teuer aussehen ist der Zaubertrick der Fast Fashion: Der Kragen steht auf dem Foto wie bei einem Maßanzug, und nach der ersten Wäsche sieht er aus wie eine traurige Serviette.
Fans einer Science-Fiction-Serie dachten, die neueste Folge sei das Staffelfinale. Das ist das schönste Kompliment für einen Showrunner – und zugleich das größte Problem, weil jetzt noch acht Folgen kommen, die niemand mehr als Fortsetzung wahrnimmt, sondern nur noch als Bonusmaterial.
Donald Trump Jr. hat auf den Bahamas geheiratet. Ein russischer Oligarch soll die Party heimlich bezahlt haben. Das ist die erste Hochzeit, bei der die Frage ‘Wer hat das bezahlt?’ nicht vom Brautpaar, sondern vom Finanzamt beantwortet werden muss. Und irgendwo lächelt die Golden Gate Bridge, weil sie wenigstens nicht in diese Gästeliste geraten ist.