Es gibt Tage, an denen die Nachrichtenlage wirkt wie ein Bahnhof, der nie fertig wird, ein Rabatt, der keiner ist, und ein Index, der sich weigert, die Kurve zu kriegen. Heute ist so einer.
Stuttgart 21 bekommt heute eine ARD-Doku, die ehrlicherweise „Jahrhundertbaustelle“ heißt. Ein Jahrhundert ist fast bescheiden – die ersten Pläne stammen aus einer Zeit, als man Bahnhöfe noch mit Dampf betrieb. Wer zuschaut, kann live verfolgen, wie ein Großprojekt mehr Zeit braucht, um fertig zu werden, als der Beton zum Aushärten.
Der Tankrabatt ab 1. Oktober klingt nach einem Freundschaftspreis, entpuppt sich aber als die Sorte Rabatt, bei der vorher der Literpreis um exakt den Betrag steigt, den man später erlassen bekommt. Das ist wie ein Bäcker, der das Brot teurer macht und einem dann freundlich das Anschnitt-Ende schenkt. Danke für nichts.
Sport: Bastian Schweinsteiger attestiert dem DFB-Team, keine Top-Mannschaft mehr zu sein. Was folgt, ist die Mittelmaß-Debatte – ungefähr so hilfreich wie ein Auspuffblenden-Aufkleber an einem Auto, das nicht mehr anspringt. Ein echtes Top-Team würde nicht debattieren, ob es eines ist; es würde einfach Tore schießen.
Kaffee hat laut neuer Studien eher positive Effekte. Das erklärt, warum das Land um halb sechs morgens funktioniert: Der Kaffee ist nicht die Ursache des Zitterns, er ist der Grund, warum das Zittern einen Sinn ergibt. Wer jetzt vier Tassen trinkt, darf sich offiziell als Gesundheitsvorsorger bezeichnen – mit nervösem Augenlid.
Der Dax kommt nicht aus dem Knick. Vielleicht fehlt ihm einfach ein Kaffee, der neuerdings positive Effekte hat, oder ein Tankrabatt als Anschub, oder ein bisschen DFB-Debatte, damit wenigstens das Gefühl von Bewegung entsteht. So bleibt er, wo auch Stuttgart 21 steckt: im Stau der guten Vorsätze. Bis morgen – der Knick hat Bestandsschutz.