Heute gibt es für jeden etwas: Wer streamt, verliert sein Abo; wer einkauft, bekommt einen neuen Markt; wer eine Wohnung sucht, findet Greifswald – und wer nur spielen will, wartet weiter auf GTA 6.
Das Basis-Abo bei Netflix ist ab sofort das, was früher die ausgedruckte Bordkarte war: ein Andenken. Bestandskunden, die jahrelang dachten, sie hätten einen Vertrag, lernen jetzt: Der Streamingdienst hat auch eine Kündigungsfunktion – er benutzt sie nur selbst. Immerhin spart man sich das Passwortteilen-Problem: Ohne Abo gibt es nichts mehr zu teilen.
Der Markt in Hessen sortiert sich neu: Rewe darf Tegut-Märkte übernehmen. Die Regale bleiben, wo sie sind, nur das Preisschild wandert ein paar Cent nach oben. Das gut sortierte Bio-Gefühl bekommt einen neuen Strichcode.
Ein Selbstjustiz-Thriller namens Citizen Vigilante stürmt die Amazon-Charts. Offenbar ist der Wunsch, das Recht selbst in die Hand zu nehmen, so groß, dass man dafür nicht einmal mehr das Sofa verlässt. Der Film liefert die passende Ausrede: Wer nach Feierabend keine Zeit für echte Gerechtigkeit hat, streamt sie einfach.
In Greifswald gibt es eine Wohnung für 100.000 Euro – und Experten warnen vor versteckten Kosten. Vermutlich sind die Wände aus Pappe, die Heizung ein Lagerfeuer im Wohnzimmer und die Quadratmeterangabe inklusive Luftraum über der Ostsee. Wer trotzdem kauft, hat wenigstens eine schöne Aussicht auf die nächste Sanierung.
Rockstar will nach GTA 6 schneller neue Spiele veröffentlichen. Das klingt nach einem Versprechen, das man von Leuten kennt, die ab morgen wirklich früher aufstehen. Bis Rockstar tatsächlich im Jahrestakt liefert, hat sich GTA 6 vermutlich schon dreimal neu verkauft – einmal für jede Konsolengeneration. Vielleicht erleben wir dann sogar den Moment, in dem ein GTA-Titel pünktlich erscheint – ein Wunder, das größer wäre als jeder Heist im Spiel.