Die Donau gibt bei Rekordniedrigwasser ein Mammut frei, das offenbar seit der Eiszeit auf seinen Friseurtermin wartet. Man stelle sich das Tier vor, wie es für eine kurze Abkühlung ins Wasser steigt und der Friseur ihm nachruft: „Der Scheitel ist noch nicht halb fertig!“ Dreißig Jahrtausende später ist das Klima der Salon und der Scheitel eine archäologische Sensation.
Denzel Washington trendet – vermutlich, weil jemand herausfinden wollte, ob man mit einem Blick so cool aus dem Wasser steigen kann wie das Donau-Mammut. Die Antwort: Nein, Denzel schickt seinen Stuntman. Man ahnt ein geheimes Training: drei Monate lang mit unbewegter Miene auf eine Pfütze starren, während draußen die Welt schmilzt.
Die Aktie des Wettanbieters bwin steigt, und sofort fragt sich die Börse, ob man auf den eigenen Kursverlauf wetten kann. Eine Wette auf die Aktie, die wiederum vom Wettverhalten der Leute abhängt – das ist finanzmarktaufsichtsrechtlich wahrscheinlich Liebe.
In Nürnberg brät die Sonne die Bratwürste auf dem Rost, ohne dass jemand Kohle nachlegt. Die Pegnitz überlegt, sich der Donau anzuschließen, denn die hat ein Mammut und damit die bessere Instagram-Quote. An der Kaiserburg verkaufen sie Schatten in Dosen.
Ole Book, Dortmunds neuer Sportdirektor, klingt nach staubigem Ledereinband, plant aber den Kaderumbau mit der gleichen Akribie wie ein Bibliothekar das Mahnwesen. Couto-Ersatz, Leihgeschäfte mit Rückgabefrist – irgendwann überzieht jemand, dann wird’s teuer. Das Mammut am Flussgrund ist unterdessen der einzige, der kühl bleibt.