Manche Tage beginnen mit einem Ladebildschirm, der einfach nicht weicht – und enden bei einer Band, die ihre eigene Trennung löscht.
Der Ladebildschirm ist heute das meistdiskutierte Kunstwerk: Er bewegt sich nicht. Pokémon GO hat sich eine Pause genommen, während Zehntausende Trainer ihr Handy neu starten wie einen Wecker, der nicht klingelt. Wer jetzt ein virtuelles Monster braucht, muss den Marienkäfer auf dem Fensterbrett fangen – der hat immerhin auch keine Serverprobleme.
Der Film, in dem John Cena einem Kojoten juristisch beisteht, war schon abgeschrieben – jetzt kommt er doch noch ins Kino. Der Kojote fällt darin wie gewohnt von der Klippe, aber der eigentliche Stunt war der Veröffentlichungsplan: erst gestrichen, dann wiederbelebt, mit mehr Wendungen als eine Roadrunner-Verfolgungsjagd.
Paula Hartmann soll als Secret Act beim MS Dockville auftauchen. Das Publikum trainiert bereits das Gesicht, das man macht, wenn man so tut, als hätte man es schon immer gewusst – und das gleich doppelt, falls am Ende doch nur der Roadie mit der Gitarre auf die Bühne kommt.
Heute Abend läuft in der ARD „Die vermisste Frau“. Der eigentliche Nervenkitzel kommt nach dem Abspann, wenn man in der dunklen Wohnung sitzt und sich fragt, ob nicht doch jemand die Tür offen gelassen hat – und ob der Bewegungsmelder im Flur schon immer so empfindlich war.
Slipknot bestätigte die Trennung von Sid Wilson und löschte die Meldung direkt wieder. Jetzt rätseln alle, ob Wilson noch in der Band ist oder nur das Passwort gewechselt wurde. Die Band wirkt wie jemand, der eine böse Nachricht in den Gruppenchat stellt und sofort bereut – nur dass bei Slipknot alle Masken tragen und keiner sieht, wer den Router neu gestartet hat.
So ein Tag: Ein Spiel streikt, ein Kojote steht wieder auf, eine Sängerin wird gemunkelt, eine Tür bleibt offen, und eine Band löscht ihre Trennung. Die Welt ist eine einzige Folge Looney Tunes – nur ohne Acme-Amboss. Bis morgen.