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IT-Sicherheit von David Weiss

Kaspersky-Störung: VPN, Safe Kids und Password Manager betroffen

Die Kaspersky-Störung hält seit Sonntag, dem 11. Oktober 2026, an. Betroffen sind nach Angaben im Kaspersky-Support-Forum die VPN-Anwendung auf allen unterstützten Betriebssystemen, Kaspersky Safe Kids, der Password Manager sowie Teile des My-Kaspersky-Portals. Eine CVE existiert nicht: Es geht nicht um eine Schwachstelle mit Patch, sondern um eine Service- und Infrastrukturstörung – einen CVSS-Score gibt es daher ebenfalls nicht. Für deutsche Nutzer ist die Einordnung trotzdem relevant, weil Kaspersky hierzulande verbreitet ist und Aktivierung wie Updates über das My-Kaspersky-Portal laufen.

Kaspersky-Störung: Diese Produkte sind betroffen

Die Störung begann nach übereinstimmenden Berichten im Forum am frühen Morgen des Sonntags und dauerte auch am Montag an. Ein Kaspersky-Mitarbeiter schreibt dort: „We are experiencing technical issues with Kaspersky VPN. These issues affect the application across all supported operating systems." In einem erweiterten Statement heißt es, „some features in Kaspersky products and on the My Kaspersky portal may be temporarily unavailable" – namentlich genannt werden Kaspersky Safe Kids, Kaspersky VPN und Kaspersky Password Manager.

Der Ausfall trifft damit mehrere Dienste gleichzeitig. Weil das My-Kaspersky-Portal sowohl für die Aktivierung als auch für Produktupdates zuständig ist, können auch Nutzer anderer Kaspersky-Produkte Einschränkungen spüren, etwa bei der Lizenzeinrichtung oder beim Nachladen von Updates. Ein unabhängiger Blick auf die Meldevolumina stützt das Bild: Eine externe Statusübersicht verzeichnete am 12. Oktober 2026 mehr als 2.000 Störungsmeldungen innerhalb von 24 Stunden, eine zweite Messung am selben Tag kam auf über 1.800. Solche Zähler beweisen keine Ursache, zeigen aber, dass der Ausfall breit und nicht auf einzelne Regionen beschränkt war.

Kein Beleg für Attacken auf russische Rechenzentren

Der Titel der Ursprungsmeldung stellt eine „auffallende Nähe" zwischen der Kaspersky-Störung und Attacken auf russische Rechenzentren her, ergänzt um Ausfälle bei Yandex. Belege dafür liefern die verfügbaren Quellen nicht. Eine zeitliche Koinzidenz ist kein Kausalzusammenhang: Dass zwei Cloud-Dienste im selben Zeitfenster Probleme melden, kann auf geteilte Infrastruktur, auf einen Zulieferer, auf Wartungsarbeiten oder schlicht auf Zufall zurückgehen – und genauso gut auf einen gemeinsamen Angriff.

Kaspersky selbst nennt in seinen offiziellen Statements ausschließlich „technical issues", ohne Angriff, Sabotage oder geopolitische Ursache zu erwähnen. Auch für einen Zusammenhang zwischen der Störung und dem Advisory vom 8. Oktober 2026 zu Schwachstellen in Drittanbieter-Komponenten (unter anderem CVE-2020-36242 und CVE-2019-11236) gibt es keine Belege; dieses Advisory sollte nicht als Ursache der aktuellen Ausfälle dargestellt werden. Wer die Verbindung zu russischen Rechenzentren als Fakt verkauft, geht über die Datenlage hinaus.

Was Kaspersky bestätigt – und woher die Angaben stammen

Kaspersky betont im Forum, dass die Schutzfunktionen weiter normal arbeiteten, die Antivirus-Datenbanken wie üblich aktualisiert würden und die Nutzerdaten nicht betroffen seien. Diese Aussage stammt allerdings vom Hersteller selbst; eine unabhängige Bestätigung liegt nicht vor. Admins sollten sie als das lesen, was sie ist: eine Selbstauskunft, nicht ein geprüfter Befund.

Auffällig ist auch die Außenkommunikation. Auf der offiziellen Seite für Pressemitteilungen findet sich mit Stand vom 13. Oktober 2026 keine Mitteilung zur aktuellen Störung – die Kommunikation läuft über ein Support-Forum und eine Statusseite, auf die Kaspersky dort verweist. Für ein Unternehmen, das im eigenen Blog die Qualitäts- und Teststandards nach dem globalen CrowdStrike-Ausfall betont, ist der zurückhaltende Umgang mit einem mehrtägigen Ausfall bemerkenswert.

Im Forum deutet ein Mitarbeiter zudem eine Kompensation an; der entsprechende Beitrag bricht im vorliegenden Text jedoch mit „As compensa…" ab. Umfang und Bedingungen sind damit unklar und sollten nicht als zugesagte Entschädigung weitergegeben werden.

Handlungsempfehlung und Ausblick

Ein Patch im klassischen Sinn ist nicht verfügbar, weil keine Schwachstelle vorliegt, sondern eine Störung der Dienste. Nutzer können wenig mehr tun, als die Statusseite von Kaspersky im Blick zu behalten und auf die Wiederherstellung der betroffenen Funktionen zu warten. Wer das VPN kurzfristig benötigt, sollte auf eine Alternative ausweichen, bis die Anwendung wieder stabil läuft.

Für Admins lohnt der Blick auf die Abhängigkeiten: Dienste, die zentral über ein Portal aktiviert und aktualisiert werden, machen ein Unternehmen anfällig für genau solche Ausfälle – auch ohne Sicherheitslücke. Der Fall reiht sich damit in eine Reihe großflächiger IT-Störungen ein, die vor allem eines zeigen: Die Verfügbarkeit zentraler Cloud-Dienste ist selbst ein Risikofaktor. Das BSI hatte 2022 eine Warnung zu Kaspersky ausgesprochen; Kaspersky verweist auf seiner Sicherheitsseite auf unabhängige Tests und Audits. Unabhängig davon bleibt festzuhalten: Die Ursache der aktuellen Störung, die genaue Zahl betroffener Nutzer und eine belastbare Dauerprognose sind weiterhin offen.


Quellen

  1. Störung bei Kaspersky: Auffallende Nähe zu Attacken auf russische Rechenzentren
  2. Kaspersky Support-Forum – „VPN not working on any of my devices since October 11"
  3. Kaspersky – Pressemitteilungen und Nachrichten
  4. Kaspersky Official Blog – „Global outage of Microsoft clients due to CrowdStrike update"
  5. Kaspersky – „Ist Kaspersky Sicher? Unabhängige Tests, Audits Und Fakten"

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